27 | 04 | 2018

Am vergangenen Samstag musste mancher Wanderer zweimal hinschauen, als unvermittelt ein Opel Ascona C, eine Alfa Giulia, oder gleich mehrere Lancia Delta Integrale in wilder Rallye Aufmachung samt Startnummern an den Türen die Straßen des Südschwarzwalds bevölkerten. Es handelte sich allerdings nicht um Teilnehmer der zeitgleich in den französischen Seealpen stattfindenden Rallye Monte Carlo, die sich hoffnungslos verfahren hatten, sondern um das Teilnehmerfeld der dritten Schauninsland Klassik Winterrallye.

Der Freiburger Motorsport-Club e.V. veranstaltete am vergangenen Wochenende bereits zum dritten mal eine Gleichmäßigkeitsfahrt für historische Fahrzeuge im winterlichen Schwarzwald. Der besondere Reiz der Veranstaltung liegt in den erschwerten Bedingungen auf winterlicher Straße, die es zur besonderen Herausforderung machen, die geforderten Sollzeiten möglichst auf Bruchteile einer Sekunde einzuhalten. Leider war Frau Holle in diesem Jahr nicht besonders motiviert bei der Sache und von den wenigen Krümeln Neuschnee, die in der Nacht zum Samstag in den Höhenlagen gefallen waren, blieb nicht viel übrig. Teilnehmer und Zuschauer waren aber trotz etwas trübem und zu warmem Wetter und nassen statt schneebedeckten Straßen mit Begeisterung bei der Sache und kamen durch die verbliebenen Schneereste neben der Route dann doch noch etwas in Winterstimmung.

Insgesamt 53 Teams aus drei Nationen standen mit ihren historischen Fahrzeuge morgens am Start der Rallye in der Fußgängerzone in Kirchzarten. Angeführt wurde das Starterfeld von Martin Walz, eigentümer des Oldtimer-Museums Volante und seinem Beifahrer Andreas Hall, Bürgermeister von Kirchzarten in einem Renault 4 von 1971 mit der Startnummer 1. neben den diversen historischen Rallye Boliden begaben sich auch frühere Rundstrecken-Helden wie ein Porsche 914/6 GT von 1970 oder ein MGA aus dem Baujahr 1960 aber auch klassische Alltagsautos wie ein NSU RO 80 oder zwei Volvo PV 544 auf die etwas 200 kilometer lange Strecke durch den Südschwarzwald.

Von Kirchzarten über den Notschrei, Schauinsland und Belchen führte die Route die Teilnehmer hinab ins Wiesental und wieder Begauf über Ehrsberg und Häg weiter richtung südosten, vorbei an Todtmoos und St. Blasien zur Mittagspause in Dachsberg. Von dort ging es hinab ins Albtal, über Höchenschwand zum Schwarzassee und weiter richtung Schluchsee. Der Rückweg führte die Teilnehmer über Lenzkirch, Neustadt und schließlich über Breitnau und den Spirzen zurück zum Rallyentrum im Museum Volante in Kirchzarten. Hier durften schließlich auch Stefano und Susanna Ginesi aus der Schweiz ihren Pokal für den Gesamtsieg der Schauinsland Klassik Winterrallye 2018 in Empfang nehmen.

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